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Im Umgang mit dem Internet sind Kinder und Jugendliche recht selbstsicher und kennen die vielen Möglichkeiten die das Internet bietet meist besser als die Erwachsenen.
Wenn sie Tätern im Netz begegnen sind sie allerdings völlig unvorbereitet der Situation hilflos ausgeliefert.

Wir wollen hier speziell auf die Problematik im Chat eingehen.
Eine Anmeldung dauert wenige Minuten und schon sitzt man in einer Gruppe scheinbar Gleichaltrigen, mit denen man dann im „direkten“ Kontakt steht.
Auf die Idee das die Angaben des Chat -Partners gefälscht sein könnten, kommen die wenigsten Kinder und Jugentlichen, da sie noch von der Ehrlichkeit anderer überzeugt sind.
In der häuslichen Umgebung fühlen sich die jungen Chatter sicher und lassen sich dadurch auch leicht in sehr provokative Gespräche verwickeln, auf die sie sich im realem Leben niemals einlassen würden.

In der Regel werden Chaträume moderiert, gilt allerdings nicht wenn man zu einem Privatgespräch eingeladen wird. Der Chatraum wird gewechselt und zwei Gesprächspartner sind ungestört unter sich.
Ein Chat kann sehr schnell das Gefühl vermitteln „aufgehoben“ und „verstanden“ zu werden.
Junge Chatter mit älteren/Erwachsenen plötzlich gleichberechtigt zu sein, schafft eine Atmosphäre wo leider auch zu rasch persönliche Details preisgegeben werden, die auf gar keinen Fall an Unbekannte weitergegeben werden dürfen.
Als Beispiel wären häusliche Situation bis hin zum Austausch von Telefonnummern und der Wohnanschrift.


Auch hier gibt es nicht die typisch gefährdeten Kinder und Jugendlichen. Ein selbstbewusstes Kind kann genauso hilflos in solch ein Gespräch verwickelt werden wie ein unsicheres Kind.
Die Erfahrung, dass der Gesprächspartner in seinem Profil lügt, er/sie in Wirklichkeit über 30 und nicht erst 12 Jahre alt ist, fehlen.
Ebenso fehlt das Wissen und die Erfahrung Täterstrategien zu durchschauen und angemessen zu reagieren.
Aber selbst wenn reagiert wird, die Provokation fand statt, das Entsetzen über solch derartige Dinge bleiben bestehen. Die oft nicht nur in Worten ausgetauscht werden, sondern auch in Bildform mit einer Webcam über einen Chat verschickt werden können.


Was Sie als Erwachsene/r für ihre Kinder tun können:

  • Lernen Sie den Umgang mit den Computer und dem Internet, damit Sie einen Einblick bekommen, in welcher virtuellen Welt sich Ihr Kind bewegt.
  • Lassen Sie sich die Lieblings-Chats zeigen und lassen Sie sich auch die Funktionen erklären.
  • Chatten Sie regelmäßig mit Ihrem Kind – genauso wie Sie gemeinsam Fernseh gucken.
  • Begrenzen Sie auch beim Chat die Zeit....man spricht, das ein/e 12 jährige/r nicht länger als eine Stunde online bleiben sollte. Achten Sie auch darauf das die virtuelle Welt die reale nicht ablöst.
  • Geben Sie sich bei gemeinsamen Chatbesuchen als Kind aus – in diesem Rollenspiel lernt Ihr Kind das sich im Chat Erwachsene als Kinder ausgeben.
  • Lernen Sie den Umgang mit den Favoriten, lassen sie alle Lieblingsseiten in den Favoriten Listen speichern, so verhindern Sie das bei Tippfehlern versehentlich eine andere Seite aufgerufen wird.
  • Probieren Sie mit ihren Kindern aus wie man sich vor Angriffen/Provokation/sexueller Anmache im Chat schützen kann.
  • Ein reguläres Chat Verbot bringt wie Sie sicherlich schon wissen, rein gar nichts.
  • Bei Veröffentlichung personenbezogener Daten im Internet seien Sie Vorbild.
    Kümmern Sie sich darum, dass auf Webseiten von Vereinen und Schulen keine persönlichen Information über Ihre Kinder stehen.
    Vereine und Schulen sind verpflichtet vor einer Veröffentlichung von Fotos oder anderen personenbezogenen Daten eine schriftliche Einwilligung der Erziehungsberechtigten einzuholen, auch wenn der Name des Kindes im Zusammenhang mit einem Foto (Gruppenfoto) nicht angegeben wird.
  • Ein Internetanschluss gehört in kein Kinderzimmer. (Den Drahtlosen Internetanschluss/W Lan dabei nicht vergessen.)
  • Der Computer sollte möglichst an einem zentralen Platz stehen damit Ihre Kinder nicht unkontrolliert im Internet surfen kann.
  • Verzichten Sie möglichst auf das installieren einer Web-Cam.
  • Spielen Sie nicht Wachhund, aber behalten Sie die Internetaktivitäten im Auge.
    - mit wem werden e-mails ausgetauscht.
    - im „Verlauf“ sowie den „Temporary Internet Files“ lässt sich nachvollziehen welche Seiten im Internet aufgerufen wurden.
  • Halten Sie auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen das Gespräch über Entwicklung und Erfahrungen im Internet.
  • Werden Sie spätestens jetzt wach, wenn Ihr Kind wiederholt den Computer ausschaltet wenn Sie den Raum betreten, hektisch reagiert und versucht Seiten zu verbergen, Geschenke oder Anrufe von Ihnen Unbekannten bekommt, stundenlang online ist, sich ohne ersichtlichen Grund auffällig verhält (Stimmungsschwankungen, Rückzug aus dem Familienleben) oder keine Bereitschaft mehr zeigt, über die getätigten Internetaktivitäten zu berichten.

Solche Auffälligkeiten kann viele Ursachen haben, ziehen Sie aber auch in Erwägung, dass es zu einem Missbrauch im Chat kam.