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Trauma erlebt - und nun?
Was bedeutet das?
Sicherheiten:
Das wichtigste Ziel nach einer Traumatisierung ist das Wiedererlangen eines Gefühls der Sicherheit und Geborgenheit.
Anfangs ist es aber oft nur möglich äussere Sicherheiten zu schaffen, so zum Beispiel die eigene Umgebung sicher zu gestalten, die Hilfe von vertrauten Menschen, Freunden/innen anzunehmen, sich Orte und Dinge der Ruhe zu schaffen.
Schwieriger ist es, sich die innere Sicherheit zurück zu gewinnen. Dieser Prozess benötigt viel Zeit, eine stabile Umgebung und eventuell auch professionelle Hilfe in Form einer Beratung oder einer Therapie.
Stabilität:
Es ist wichtig, alles auszuprobieren, was einem bisher geholfen hat, sich selbst wieder zu beruhigen, wie zum Beispiel, schöne Musik hören, spazieren, den Teddy knuddeln,...
Zentral kann jetzt auch sein, dass man den Tagesablauf ganz bewusst so plant, dass es eine Regelmässigkeit und eine Art Ritual wird, so dass man sich darin geborgen und sicher fühlen kann. Alles was Stress bedeutet, ist in diesen Zeiten nur schädlich.
Freund/innen oder Partner/innen zu haben, die für einen da sind, einem zuhören, bei denen es auch möglich ist, den Gefühlen freien Lauf zu lassen, sind ebenfalls eine grosse Hilfe. Wenn man keinen stabilen Freundeskreis hat, kann es hilfreich sein, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Reden über das Trauma:
Nach einer akuten Traumatisierung kann es wichtig und heilsam sein, über das erlebte Trauma zu reden. Alledings sind dabei bestimmte Grenzen zu wahren, manche Menschen können gar nicht mehr aufhören über ihr Trauma zu sprechen. Damit können sie dann die Freunde und Angehörigen regelrecht überfordern, aber auch sich selbst.
Wenn eine Traumatisierung schon länger zurückliegt, ist es ratsam, nur in einem geschützen Rahmen, wie in einer Therapie, darüber zu reden. Das ist wichtig, um eine erneute Traumatisierung (Retraumatisierung) zu verhindern.
Gefühle:
Auch wenn die Gefühle manchmal so unpassend und plötzlich auftauchen und fehl am Platz erscheinen, wie zum Beispiel die Wut, Trauer, Leere, Angst, Scham, Schuld, so wichtig und heilsam ist es gleichzeitig, diese Gefühle zuzulassen. Denn auf diese Weise kann vermieden werden, dass es zu einer Chronifizierung der Traumasymptome kommt.
Flashback:
Unter "Flashback" versteht man blitzartige Erinnerungen des Traumas, wobei man dann diese Erinnerung als real erlebt, als würd es genau in diesem Moment noch einmal geschehen. Dabei kann die Intensität weit über das normale "sich erinnern" hinausgehen!
Eine sehr gute Metode um einen Flashback zu unterbrechen ist, in Bewegung zu kommen; sich strecken, aufstehen, herumlaufen, auf den Boden stampfen, den Ort oder Raum wechseln, Gegenstände anfassen oder den eigenen Körper berühren und sich wahrnehmen, sich kneifen, joggen,... und dabei sich immer und immer wieder laut sagen, dass man sich jetzt in Sicherheit befindet, den heutigen Tag, das Jahr, den eigenen Namen und das momentane Alter laut aussprechen. Somit kann man sich selber daran erinnern, wieder ins Hier und Jetzt zurückzufinden.
Dissotiation:
Wenn das Gefühl auftritt, aus dem eigenen Körper auszustiegen, vor sich hinzudämmern, wie in Watte gepackt zu sein, sich weit weg zu befinden, ist das kein Grund, Angst zu bekommen. Auch diese Reaktion ist ein ganz normaler Überlebensmechanismus. Auch hier kann es hilfreich sein, wenn man zum Bespiel auf den Boden stampft, Gegenstände im Raum ganz genau betrachtet und benennt, etwas scharfes ißt,... um wieder zurück zu kommen ins Jetzt und sich wieder zu fühlen.
Information:
Das Wissen über Symptome, Signale und die Dynamiken des Traumas kann Ängste nehmen und zur besseren Verarbeitung beitragen.
Hilfe annehmen:
Ein Trauma ist ein sehr einschneidendes Ereignis, das prinzipiell alle Menschen überfordert. Es ist also keine Schande, sich Hilfe zu holen. Dazu gibt es viele verschiedene Therapieformen auf ambulanter oder stationärer Basis, die gute Beratung und Psychoterapie speziell traumabezogen anbieten.
Ressourcen und Stärken:
Ein wichtiges Ziel auch ist, die Stärken und Ressourcen eines traumatisierten Menschen herauszuarbeiten. Dabei werden die Selbstheilungskräfte, die in allen Menschen vorhanden sind, angeregt und unterstützt.
Lange zurückliegende Traumata:
Viele Frauen und auch Männer haben in der Kindheit sexuelle Übergriffe erlebt, erinnern sich aber erst im Erwachsenenalter wieder daran. Manche haben dann aber Angst, dass einem nicht mehr geglaubt wird und trauen sich somit nicht, Hilfe zu holen. Dafür ist es aber nie zu spät! Je länger allerdings ein Erieignis zurückliegt, desto komplexer kann die Aufarbeitung sein. Daher ist es in diesen Fällen besonders ratsam, sich professionelle Unterstützung zu holen.
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